Lydia Prechtel, stellvertretende Bereichsleitung der urologischen Funktionsabteilung, verabschiedet sich nach knapp 48 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.
Es gibt Karrieren, die liest man wie einen seltenen Glücksfall. Wenn Lydia Prechtel heute ihren allerletzten Arbeitstag in der urologischen Funktionsabteilung beendet, blickt sie auf eine Zeitspanne von fast 48 stolzen Jahren zurück: Seit September 1978 war sie ein fester Teil von Martha-Maria.
Von Unterfranken nach Nürnberg
Alles begann mit 17 Jahren. Lydia Prechtel kam aus einem kleinen Dorf in Unterfranken an unser Krankenhaus Martha-Maria. Der Grund war familiär: Ihre Großtante war hier damals Diakonisse als Lydia Prechtel in ihr Diakonisches Jahr startete.
„Meine Großtante war eine wichtige Vertrauensperson für mich. Ich wollte einfach ausprobieren, ob die Krankenpflege etwas für mich ist“, erinnert sie sich.
Der Funke sprang sofort über – und das an einem ganz speziellen Ort: der Urologie. „Ich habe damals mein Herz an das Fachgebiet verloren“, erzählt sie schmunzelnd. Dass sie nach der Ausbildung nicht, wie ursprünglich geplant, in die Heimat zurückkehrte, lag an einer anderen Herzensentscheidung: Während der Lehrjahre lernte sie in Nürnberg ihren Mann kennen und schlug hier tiefe Wurzeln.
Aufbauarbeit und stetiger Wandel
Wer so lange an Bord ist, weiß: Stillstand gab es bei Martha-Maria nie. Nach Jahren auf der urologischen Belegstation begleitete Lydia Prechtel den Aufbau der urologischen Hauptabteilung unter Prof. Kühn. Sie baute die urologische Ambulanz mit auf und leitete diese bis 2018. Auch der Wechsel in die neu gegründete Funktionsabteilung zusammen mit Heike Rüger war für sie kein Grund, kürzerzutreten – im Gegenteil, sie arbeitete sich noch einmal komplett neu in die Endoskopie ein und übernahm sogar Rufdienste.
„Bei Martha-Maria ist wirklich immer Veränderung. Das kostet zwar Kraft, aber es bringt einen persönlich natürlich auch weiter. Ich empfinde diese Entwicklungsmöglichkeiten als etwas sehr Positives.“
Mehr als nur ein Job: „Ein Stück weit Berufung“
Was Lydia Prechtel über die Jahrzehnte auszeichnete, war ihr Händchen für Menschen. Egal ob es die Betreuung der Patienten in ihren Ausnahmesituationen war oder die Unterstützung der vielen jungen Auszubildenden, die sie mit ihrer Begeisterung für den Pflegeberuf ansteckte - für Lydia Prechtel war die Arbeit im Krankenhaus stets eine Herzensangelegenheit.
Kurz vor ihrem offiziellen Ruhestand blickt sie dankbar zurück:
"Ich habe die gute Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Bereichen im ganzen Haus immer sehr geschätzt. Rückwirkend bin ich einfach so froh, dass ich hier bei Martha-Maria meinen Beruf ausleben konnte. Es war für mich nicht nur ein Job, sondern ein Stück weit auch eine Berufung, die ich gefühlt habe.“
Ein Dankeschön zum Abschied
Auch Pflegedienstleitung Christine Huhnt findet klare Worte der Anerkennung für die langjährige Mitarbeiterin:
"Wir danken Lydia Prechtel von Herzen für ihren jahrzehntelangen, unermüdlichen Einsatz für unsere Patienten und das gesamte Team. Sie hat die Entwicklung der Urologie bei Martha-Maria maßgeblich geprägt. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihr nur das Beste.“
Ein neuer Fokus: Familie, Freunde und Ehrenamt
Ganz ruhig wird es bei Lydia Prechtel sicher nicht. Zwar freut sie sich auf den Ruhestand, doch ihr Herz schlägt weiterhin für die Gemeinschaft. Sie möchte mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren Freuden verbringen und ihr ehrenamtliches Engagement im CVJM am Kornmarkt wieder verstärken.
Alles Gute für den neuen Lebensabschnitt!

Lydia Prechtel während ihrer Ausbildung auf der Geburtsstation.

Lydia Prechtel als frischgebackene Krankenschwester